Catwalk and Ouzo 1


Weltlaterne

Modenschau und Ouzo

Samstag, 2 Tage nach dem 1. Mai. Die ganze Stadt ist ein bisschen feiermüde und hängt durch. Was macht man also an so einem entspannten Tag? Warum nicht einfach mit Freunden was essen gehen! Die Sonne lädt ja quasi zum draußen sitzen ein. Kurz überlegt. Warum nicht mal wieder griechisch – aber lecker und nicht so überbackenes Reisnudelzeugs. Und irgendwo in Kreuzberg, damit der Absacker danach in Laufweite ist. Da bietet sich die Kreuzberger Weltlaterne an. Hört sich nicht griechisch an, ist es aber.

Super nette Besitzer und Bedienung, das Essen geht eher in die Tapas Richtung, mit kleinen Portionen, die man gut teilen kann, was das ganze gleich ein wenig geselliger macht. Nicht, dass wir das gebraucht hätten. Die Stimmung war gut, das erste Bierchen schnell getrunken und das Essen kam mit viiiiiiiel Fleisch – brauchten wir irgendwie an diesem Tag – und leider etwas zu fettigem Meeresgetier. Alles aber gewohnt gut und in die frittierten Zucchini könnte ich mich ohnehin reinlegen, wenn ich die Flecken wieder aus meinen Klamotten rausbekommen würde.

Trotzdem dachte die Weltlaterne, dass Sie uns, vielleicht weil der Tag so schön war, noch etwas Besonderes bieten muss. Wir sitzen also nichtsahnend vor dem Restaurant, die Musik geht aus und plötzlich im Westernstyle wieder an. Huch, was ist das denn? Da schweben auf einmal Modells an uns vorbei. Wir sind mitten in einer Modenschau. Völlig bizarr. Das hier hat nichts mit Lagerfeld und Co zu tun, sondern ist Kreuzberger Amateurhinterhofschneiderstube, die auch mal ans Licht möchte. Jedes Outfit hat seinen eigenen Song und die Stilrichtungen wechseln wild zwischen Country, 70s und Marilyn Monroe. Ich brauche gar keinen Alkohol, um mich betrunken zu fühlen. Vollkommen wurscht, dass viel zu dünne Männer mit unrasierten Achselhöhlen Damenmode vorführen. Aber sie machen es souverän und mit einem Zwinkern im Auge und so nehmen wir es auch – zusammen mit einem unbedingt notwendigen Ouzo.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Berlin für diese unerwarteten Bizarrheiten liebe. Ich glaube ja, aber ich kann es nicht oft genug sagen. Mit Tränen in den Augen gehen wir noch rüber in die Marianne und trinken mehr als einen Absacker. Haben wir uns auch redlich verdient. Auf das Leben, die Liebe, das volle Konto, die wunderbare Stadt und überhaupt!


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