MyFest DyFest


Es ist mal wieder soweit. Die Bäume schlagen ihre Wurzeln aus und so. Also 1. Mai. Hört sich erstmal schlimm an, aber mittlerweile ist von Krawallen kaum noch die Rede. Zugegeben, ich wohne in der früher mal berüchtigtsten Gegend für diesen Anlass, aber wo ich heute Abend so durch meinen alten/neuen Kiez rund um den Boxi streife, ist hier gar nichts mehr los, außer betrunkener Touris. Nicht mal ein kleiner einsamer Straßenmusiker. Hat sich mein Kaisers an der Warschauer Straße ja völlig umsonst hinter Spanplatten versteckt. Da muss man schon Richtung Kotti gehen, aber selbst da ist es wohl einigermaßen ruhig. Die harten Jahre, als ich am 2. Mai einen ausgebrannten smart vor meiner Tür fand, scheinen vorbei.

Am Nachmittag hab ich mir ein Bierchen und meine Kamera geschnappt und bin über das MyFest gelaufen und der Eindruck bleibt der gleiche, wie im letzten Jahr – hier geht es vor allem um eines – Essen und Trinken! Wahnsinnig viele Fressstände und die Luft ist geschwängert vom Rauch der Grillkohle. Wahnsinnig viele türkische Händler, die alles an Essen und Trinken rausgeholt haben, was die Küche so hergibt. Unglaublich, aber Kreuzberg ist an diesem Tag eine einzige Fressmeile. Na, da hau ich doch mal rein und grabe meine Zähne in Fladenbrot mit Hähnchenschnitzel. Die Vegetarier und Veganer unter euch mögen mir verzeihen.

Die Leute sind eine freundliche Mischung aus Hipstern, selfieschießenden Touristen (die werden aber auch ohne Selfiestick immer einfallsreicher), Familien, Sensationsgierigen, Musikliebhabern, Security und hin und wieder natürlich auch mal ein paar Polizisten – gehört irgendwie dazu. Ohne wäre ja gar keine Spannung mehr vorhanden.

Mit dem Bierchen in der Hand lässt es sich aber auch gut in der Sonne und neben einigen Bühnen aushalten. Kannste nich meckern, wa! Interessant, was da so im Rampenlicht rumspringt.

Je weiter der Tag voranschreitet, desto voller wird es und entwickelt sich so langsam Richtung Quetschfest. Ich schubse mich also weiter von Bühne zu Bühne, bekomme freundlich mein Bier über den Arm geschüttet – richtig, ich soll ja auch nicht so viel trinken – und scheine dann nicht mehr ganz so freundlich in den friedlichen Maientag zu schauen, denn plötzlich werde ich in die Seite geschubst:“Ey, wenn de heute noch feiern willst – hier!“ Eine komplett in schwarz gekleidete Frau holt aus ihrer Tasche einen Zettel und drückt ihn mir in die Hand um gleich darauf zu verschwinden. Warum sage ich dafür auch noch „danke“??? Ich bin zu nett. Schau drauf und da prangt in fetten Lettern „Mutter Krawall“. Ich muss mir mal Gedanken machen, ob ich mit meinem Haarschnitt nicht vielleicht doch zu aggro aussehe. Egal, ich trinke daraufhin doch noch ein Bierchen und beleidige diesmal nur die Veganer mir irgendwas was aus Mehl und Milch gemacht ist und lasse diesen Maientag langsam und entspannt hinter mir.

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Mutter Krawall?!

 

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